Viele Promovierendenvertretungen haben E-Mail-Listen oder Social-Media-Accounts. Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass es nicht so einfach ist, die Promovierenden vor Ort wirklich gut zu erreichen. Wir sind eine sehr diverse Personengruppe und daher nicht über eine einzige Lösung zu erreichen. In diesem Blog würden wir euch deshalb ein paar Ideen vorstellen und euch auch dazu aufrufen, uns eure guten und schlechten Erfahrungen mit der Kontaktaufnahme zu anderen Promovierenden zu berichten.
E-Mail-Verteiler funktionieren – aber nur begrenzt
E-Mail-Listen sind nach wie vor ein wichtiges Grundgerüst, erreichen aber oft nur diejenigen, die sich aktiv angemeldet haben und Interesse zeigen. Viele Promovierende erfahren erst spät oder gar nicht von Angeboten, weil sie nie in die entsprechenden Verteiler aufgenommen wurden oder weil es keine zentrale E-Mail-Liste für alle Promovierenden ihrer Fakultät oder der Universität gibt. Außerdem können E-Mails schnell untergehen, gerade wenn sie über einen allgemein wirkenden Universitätsverteiler geschickt werden. Wer kennt es nicht, morgens das E-Mail-Postfach zu öffnen und zehn neue E-Mails mit zwei neuen Deadlines zu lesen. Da geht die Einladung zu einem Grillevent im Stadtpark schnell unter.
Social Media erreicht viele – aber nicht alle
Plattformen wie Instagram, LinkedIn oder Mastodon können Sichtbarkeit schaffen, sind aber stark von Algorithmen und der persönlichen Nutzung abhängig. Jede Fachrichtung hat andere Vorlieben, und jede Plattform kann kritisiert werden. Viele Forschende, die professionelle Reichweite generieren möchten, sind auf LinkedIn mit Accounts vertreten, die ihre Veröffentlichungen aufarbeiten, und folgen den offiziellen Accounts ihrer Forschungsprojekte. Immer im Trend sind Kurzvideoformate. Diese sind aufwändiger als das Hochladen eines Bildes und das Verfassen eines Textes und erfordern die Bereitschaft, sich um Videodreh und Einsprechen zu kümmern. Immer wieder wird auch die Kritik laut, dass Plattformen in den Händen weniger sehr wohlhabender Personen liegen. Dies wird insbesondere bei X (ehemals Twitter) stark kritisiert. In den letzten Jahren sind alternative Mikroblogging-Plattformen gewachsen, wie zum Beispiel Mastodon als Open-Source- und dezentrale Option im Fediverse. Am Ende bleibt jedoch die Frage: Auf welcher Plattform werden die eigenen Promovierenden am besten erreicht und welche Plattform möchte man betreuen? Seid ihr überall dabei, verzichtet ihr komplett auf Social Media in eurem Gremium oder seid ihr nur auf einzelnen Plattformen aktiv?
Sichtbarkeit vor Ort bleibt entscheidend
Social Media ist eine gute Möglichkeit, um vom Bürostuhl aus Personen zu erreichen. Niedrigschwellige persönliche Kontakte, beispielsweise in Kolloquien oder Graduiertenschulen, wirken jedoch oft nachhaltiger. Seien es Aushänge, Poster oder Info-Stände: Die persönliche Sichtbarkeit vor Ort bleibt auch im Zeitalter der sozialen Medien der entscheidende Faktor bei der Gewinnung von Promovierenden, die sich gerne einbringen möchten. Die Organisation von Veranstaltungen wie Kneipenabenden, Wanderungen oder Podiumsdiskussionen ist also nicht nur ein Ort, an dem sich Promovierende untereinander treffen und austauschen können, sondern auch der beste Ort, um aktiv für neue Gremienmitglieder zu werben. Welche Veranstaltungen organisiert ihr regelmäßig, die sehr gut oder sehr schlecht besucht werden? Teilt uns eure Meinungen mit und schreibt uns eure besten Tipps in die Kommentare.
Kooperationen mit anderen Institutionen öffnen Türen
Viele Promovierendenvertretungen berichten, dass die Zusammenarbeit mit Graduiertenzentren, Gleichstellungsbüros, Fachschaften oder Personalräten ihre Reichweite deutlich erhöht. Das liegt daran, dass gemeinsame Veranstaltungen, Newsletter-Beiträge oder kurze Inputs bei Einführungsformaten Synergien schaffen, die man allein kaum erzielen könnte. Deshalb interessiert uns besonders, wie ihr vor Ort vernetzt seid. Wir wollen wissen, ob ihr mit der Studierendenschaft, Gewerkschaften oder dem Personalrat kooperiert oder euch einbringt, wenn ein Graduiertenprogramm neue Promovierende begrüßt oder sich online für internationale Interessierte vorstellt. Denn nur wenn wir unsere Erfahrungen teilen, können wir gemeinsam Wege finden, wie Promovierende vor Ort wirklich gut erreichbar werden.



